Bericht über den Besuch in Igny vom 8. bis 11. Oktober 2015

   Als Uta Christ eine Woche vor Beginn der Fahrt erfuhr, dass die Mitarbeiter des Thalys am Freitag dem 9.10. streiken würden und dass damit der von ihr seit vielen Wochen minutiös für 22 Teilnehmer geplante Abreisetag nicht realisierbar sei, schwante uns nichts Gutes. Was tun? - Am Samstag fahren und damit den Besuch um einen Tag verkürzen oder unsere Gastgeber bitten, uns einen Tag früher aufzunehmen, also schon am Donnerstag zu fahren? Ohne auch nur einen Augenblick zu zögern plädierten Sabine Fillinger und Denis Leclerc, die Leiter des französischen Partnerschaftsclubs, für die frühere Abreise und sorgten für entsprechende Lösungen bei der Unterbringung.

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Und Uta sorgte mit der ihr eigenen Tatkraft und Zähigkeit für die Sicherung unserer Plätze im vorverlegten Thalys vom Donnerstag. Froh gelaunt und beschwingt, nahmen wir den geschenkten Tag an.

 Uta 2015

   Am Freitag konnten wir uns nun ganztägig dem geplanten Spaziergang in der Cité widmen. Wir besichtigten zunächst die Kirche St. Séverin mit ihrer eleganten Palmenwald-Säule im Chor und St. Julien-le-Pauvre , gingen dann über den Pont au Double hinüber zur Kathedrale und betrachteten vom Parvis aus intensiv die Fassade von Notre Dame.

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Der Hinweis, dass bei der Darstellung des Jüngsten Gerichts mehr Frauen als Männer zur Hölle wandeln mussten, wurde von unseren Damen tolerant als mittelalterliches Denken belächelt. Im Anschluss an die Mittagspause besichtigten wir die Conciergerie, das „Antichambre de la Guillotine“ und fakultativ das Hôtel de Cluny mit der wunderschönen Tapisserie der „Dame à la Licorne“.

   Der Samstag wurde von unseren Gastgebern großartig gestaltet. In „Rallyes“ von fünf Gruppen galt es, touristisch weniger bekannte Viertel von Paris zu erwandern und deren spezifische Schönheiten zu erkunden. La Rue Mouffetard zum Beispiel mit der Place de la Contrescarpe, « Le train bleu » im Gare de Lyon, das Quartier St. Antoine und der tägliche unglaublich lebendige Markt auf der Place d’Aligre ebenso wie das Weinfest auf Montmartre.

   Am Abend dann große „Soirée dansante“! Der neue Bürgermeister Francisque Vigouroux gab uns die Ehre, betonte die Wichtigkeit der Jumelages für Europa und versprach weitere Förderung unserer Partnerschaft, Josef Hummes dankte den Gastgebern für das Geschenk eines „Jour de plus“ und Uta Christ überreichte Dankesgeschenke für die hervorragende Ausrichtung der Begegnung. Nach einem überaus leckeren Buffet brachte uns ein springlebendiger Diskjockey in Schwung und sorgte, inclusive Kölner Liedgut, dafür, dass die Feier bis Mitternacht dauerte.

   Der Sonntag , wie die drei Tage zuvor herrlich von sanfter Herbstsonne überstrahlt, gehörte traditionsgemäß den Gastgebern und ihren Gästen, bis man um 18:01 Uhr am Gare du Nord Abschied nahm und dankbar und heiter nach Hause fuhr. - Eine Jumelage-Begegnung, wie sie sich de Gaulle und Adenauer nicht schöner hätten wünschen können!

Josef Hummes